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Farbgestaltung
und Farbtherapie eine Symbiose?
Dies ist ein gekürzte Version von der in der Applica erschienenen
Fachbericht der Malermeisterin, Farbgestalterin und Farbtherapeutin
Lilly Kamm.
Ich selber nehme seit Jahren an Kursen teil, bei denen unter anderem
auch die Farben in der Heilung eine wichtige Rolle spielen.
Je grosszügiger wir mit dem Thema Farbe umgehen,
desto ganzheitlicher wird das Vertändnis für die Zusammenhänge
sein. Rot zum Beispiel verbinden wir mit den sehr gegensätzlichen
Gefühlen Liebe und auch Hass. Ganzheitlich betrachtet ist dies
aber kein Widerspruch, sondern nur zwei Seiten der einen Medaille
"Starke Gefühle". ein anderes Beispiel: Ist es "gut"
oder "schlecht", dass Schwarz abgrenzt? Abgrenzung schafft
Distanz-das kann auf der einen Seite arrogant wirken, auf der anderen
aber eine wichtige Schutzfunktion sein.
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Rot
Rot ist in den meisten Sprachen die erste Farbe,
die einen Namen erhält. Rot ist die "Urfarbe" - die
Basis. Rot ist auch dem Basis-Chakra zugeordnet und hilft "verwurzeln".
Rot gibt Standfestigkeit und Urvertrauen. Rot ist das Blut, deshalb
hat Rot auch eine existenzielle Bedeutung. Dadurch, dass wir Rot
mit Blut verbinden, steht es für Gefahr, Aufmerksamkeit, Wichtigkeit.
Rot regt den Körper an, denn es geht um "Kampf oder Flucht".
rot vermittelt Stärke und Dominanz. Rot stärkt den Durchsetzungswillen
nd die Durchsetzungskraft. Rot ist sowohl die Farbe der Liebe als
auch die Farbe des Hasses. Das ist abe rkein Widerspruch, denn Rot
ist die Farbe starker Emotionen. Unsichere Menschen können
von dieser regelrecht "überfahren" werden. Meist
empfinden sie diese Farbe als aggressiv, wobei dominante Persönlichkeiten
Rot eher mit positiven Begriffen wie "stark", "warm"
oder einfach "schön" beschreiben.
In der Gestaltung setze ich Rot vorsichtiger ein
als andere Farben. Ich rate meist Rot als dominierender Farbe im
Schlafzimmer ab, aber ich akzentuiere gerne mit Rot im Wohn und
Essbereich. Auch in Laufbereichen wie Korridoren und Treppenhäusern
kann ein roter Impuls sehr einfladend sein, ohne zu überfordern.
Rottöne sind oft eine gute Wahl für Fussböden, wenn
die oben gennanten Wirkungen berücksichtigt werden. |
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Orange
Orange enthält die Stärke
von Rot und die Leichtigkeit von Gelb. Orange ist eine aktive und
aufgeschlossene Farbe. Kommunikation ist Orange und auch die Freude
und Unbeschwertheit. Orange ist dem Sakralchakra zugeordnet und
damit dem Beckenbereich. Das Becken ist wie eine offene Schale,
die das empfangende und wachsende Element beherbergt. Orange fördert
aber nicht nur wachsendes Leben, sondern auch keimende und wachsende
Ideen. Orange lehrt uns, die Eindrücke auf unserem Weg durch
das Leben zu verarbeiten, sprich das aufzunehmen, was uns gut tut
und das loszulassen, was uns belastet. Um etwas loszulassen, muss
ich meine Hand aber öffnen. Orange steht für das öffnende
Prinzip und hilft, sich dem Leben zu öffnen und den Weg zu
gehen- mit der Kraft von Rot und der Beweglichkeit von Gelb.
In der Gestaltung bevorzuge ich Orangetöne,
wenn es um Aufgeschlossenheit, Geselligkeit und Kommunikation geht.
Orange ist auch sehr appetitanregend. Für Ess- und Wohnräume
eignet sich Orange sehr gut- natürlich auch in allen erdigen
Schattierungen. Helles Orange ( Apricot ) vermittelt Geborgenheit
und ist daher auch passend für Kinderzimmer. In Schulräumen
sollte es nicht dominieren, da der Drang nach Unterhaltung den Unterricht
in der Regel stört.
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Gelb
Gelb wird vor allem mit der Sonne assoziiert. Die Eigenschaften
der Sonne lehren uns daher auch viel über die Wirkung von
Gelb. Gelb ist die hellste und strahlendste Farbe. Sie hat ihren
Sitz beim Solarplexus, dem Sonnengeflecht. Gelb ist eine gute
Farbe gegen Angst- besonders wenn man es auf den Solarplexus strahlt.
Denn so wie wie die Sonne Licht ins Dunkel bringt und Eis schmelzen
lässt, so bringt auch Gelb wieder ins Fliessen. Gelb steht
auch für Informationsübertragung, während Orange
mehr das Zwiegespräch verkörpert und damit auch den
sozialen Aspekt beinhaltet. Gelb schafft einen klaren Kopf und
fördert den Durchblick. Diese Erkenntnis kommt zum Beispiel
bei den gelben Gläsern von Skibrillen zum Einsatz, die für
neblige Verhältnisse emphohlen werden.
In der Raumgestaltung ist Gelb die hellste Farbe. Sie ist daher
für mich die beste Alternative zu Weiss. Helle Gelbtöne
kann man praktisch mit jeder Farbe kombinieren, ohne eine Inversion
befürchten zu müssen. Ideal sind Gelbtöne für
Räume mit wenig Tageslicht. In Schulungsräumen ist diese
Farbe natürlich besonders angebracht, da sie zum einen die
Gedanken fleissen lässt und zum anderen der Angst etwas entgegen
wirkt. Selbstverständlich besitzt eine Anstrichfarbe nicht
die gleiche therapeutische Intensität wie eine gezielte Farblicht-Bestrahlung.
Trotzdem sollte man eine bewusste Raumgestaltung anstreben, wo
immer es möglich ist.
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Grün
Grün ist die Natur. Mit Grün verbinden
wir Erholung und Sicherheit. Fluchtwege sind immer grün markiert.
Grün enthält kaltes Blau und warmes Gelb. Grün ist
die Verbindung der darin enthaltenenen Kontraste: introvertiert-extrovertiert,
schwer-leicht, dunkel-hell, kaltt-warm, ruhig-bewegt......
Grün ist die Mitte und die Balance. Grün
ist dem Herzzentrum zugeordnet und damit auch den Herzensqualitäten
wie Liebe und Mitgefühl. Grün wirkt reinigend und ausgleichend.
Ein Spaziergang in der grünen Natur bringt uns wieder ins Gleichgewicht.
In der Raumgestaltung werden Grüntöne
oft zurückhaltend eingesetzt, was ich sehr schade finde. Grüntöne
sind nämlich die ideale Ergänzungfarbe zu Naturhölzern.
Die Natur macht es uns ja selbst vor. Da Holztöne meist zurückhaltend
wirken, darf das Grün auch einmal ins Pfiffige gehen. Eine
spannende Kombination ist zum Beispiel Kirschbaumholz und Apfelgrün.
Auch wenn der Grünton bis zum Lindgrün zurückgenommen
wird, ist der "Dialog" immer noch sehr lebendig. Ich kenne
Menschen, die behaupten, sie finden Grün in Wohnungen scheusslich,
sind sich aber nicht bewusst, dass jede Pflanze in der Wohnung auch
ein grünes Element darstellt. Für mich hat Farbgestaltung
nich immer nur mit Applikationen zu tun. Gerade wenn es um den grünen
Aspekt geht, empfehle ich sehr oft Pflanzen als Gestaltungselement.
Empfehlenswert sind Grüntöne aus den oben genannten Gründen
für Erholungsräume, aber auch für Arbeitszimmer.
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Türkis
Türkis ist eine Verbindung zwischen Blau und
Grün und wirkt sehr kalt. Türkis ist wie ein Gletschersee...
Türkis steht für Wahrheit, Klarheit, Erfahrung und Erkenntnis.
Mit Türkis gehen wir den Ursachen auf den Grund Türkis
ist dem Halsschakra zugeordnet, wo auch die Thematik "Ausdruck"
zu finden ist. Der Stein "Türkis" ist bei den Indianern
ein Schutzstein. Türkis ist ausserdem die beste Schutzfarbe
gegen Elektrosmog.
In der Raumgestaltung ist Türkis wegen seiner
kalten Anmutung ziemlich eingeschränkt einsetzbar. Beide Farben-
Türkis und Hellblau- eignen isch gut für Schlafräume.
Die meisten Menschen schlafen mit offenen Fenstern, und Schlafräume
sind in der Regel die kühlsten im Haus. Völlig unangebracht
finde ich türkise Fasssaden, denn dieses wässrige Element
wirkt sehr befremdend als Hülle eines Baukörpers. Sobald
man den Farbton vergraut, sieht es unter Umständen wieder anders
aus.
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Blau
Blau ist der Himmel und das Meer- die Weite und
Tiefe. Je dunkler das Blau, umso tiefer das Meer. Blau ist grenzenlos
und nichtt greifbar. Und immer, wenn wir etwas nciht begreifen können,
bedarf es Vertrauen. Vertrauen darauf, dass eine Situation gut ausgehen
kann, auch wenn wir mit unserem Bewusstsein die Lösung nicht
sehen. Blau beruhigt und führt nach innen. Blau ist die Farbe
der Seele. Blau nimmt dem Leben etwas von seiner Hektik. Blau ist
dem Stirnchakra zugeordnet. So wie wir mit den sichtbaren Augen
unsere Umgebung erfassen, so öffnet uns das dritte Auge den
Blick nach innen. Sie ist die verbindende Farbe zwischen Bewusstsein
und Unbewusstsein. Beim betrachten des Himmels mi den dahin ziehenden
Wolken oder beim Beobachten eines dahin rauschenden Flusses können
wir auf eine Bewusstseinsebene gelangen, die uns mit de Tiefe unseres
Wesens verbindet und uns die Angst und Hektik des Alltags vergessen
lässt. Blau hilft uns wie Wasser zu werden: Aschmiegsam und
stark!
Blau ist in der Raumgestaltung grundsätzlich
passend für Schlaf-und Ruheräume. Zu beachten ist, dass
Blautöne immer kälter werden, je mehr Weiss sie enthalten.
Das gilt für alle Farben, kommt bei Blau und Blaugrün
aber am stärksten zum Ausdruck. Blautöne sind nicht sehr
zweckmässig in Esszimmern, da wir diese Farbe nicht mit Lebensmitteln
assoziieren. Appetitanregend sind Farben, die wir von unseren natürlichen
Lebensmitteln kennen: Gelb, Rot und Grün. Falls jemand aber
seinen Appetit zügeln möchte, findet Blau wieder eine
Berechtigung.
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Violett
Violett entsteht aus Rot und Blau. Diese sehr konträren
Farben verursachen eine stark ambivalente Wirkung. Die "Gegner"
von Violett beurteilen diese Vereinigung als "zwiespältig";
Violett-Liebhaber nennen sie ."ganzheitlich". Violett
ist bei Verbindung von Geegensätzen. Wobei die Betonung nicht
auf "Gegensätze", sondern auf "Verbindung"
liegt. Das erklärt für mich auch, wieso heute so viele
Menschen diese Farbe nicht annehmen können. Die Westliche Mentalität
ist für klare Fronten. Das "Entweder-oder-Denken"
dominiert. Bezeichnend dafür ist auch das ständige Urteilen.
Dabei isit uns nicht bewusst, dass "urteilen" auch "teilen"
bedeutet, und was man teilt, ist nicht mehr ganz! Die Lernaufgabe
von Violett kommt sehr schön im Jan-Jang-Symobl zum Ausdruck,
das wir Heute auch im Westen kennen. Das Thema von Violett ist "Grenzen
überwinden". Violett steht für Weisheit, Mystik,
Spiritualität und Religion. Violett ist dem Kronenchakra zugeteilt,
und so wie uns Rot mit der Erde verbindet, so verbindet uns Violett
mit der grösseren Ordnung.
In der Architekturgestaltung ist Violett nicht
ganz einfach anzuwenden. Im Fassadenberich gilt für mich eine
ähnliche Ueberlegung wie bei Blau und Türkis: Violett
hat nichts Erdiges- ausser es wird sehr stark vergraut und gleicht
dann den felsigen Bergspitzen in der Abenddämmerung. Im Innenbereich
sehe ich Violett vor allem in den Schlafräumen, Meditationsräumen
oder im hellen Flieder-Bereich auch in Therapieräumen mit alternativen,
sprich ganzheitlichen, Ansätzen.
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Rosa
Rosa vereint Rot und Weiss: Feuer und Eis, Kraft
und Ruhe, Kamfp und Kapitulation., Aktivität und Passivität.
Rosa bildet die Mitte dieser Exterem: sanfte Kraft, Energie ohne
Hektik. Rosa ist die Farbe des Herzens und auch dem Herzchakra zugeordnet.
Dem Herzzetrum sind als einzigem Chakra zwei Farben zugeordnet:
Grün und Rosa. Dabei hat Rosa eine ganz andere Qualität
als Grün. Grün balanciert mehr die körperlichen oder
"irdischen" Unausgewogenheiten. Rosa beruhigt auf einer
höheren Ebene. Grün steht für Mitgefühl, während
Rosa auch die Selbstliebe beinhaltet - eine Grundvorausetzung für
Heilung. Während Rot für die körperliche Liebe steht,
verbinden wir Rosa mit dem Gefühl Liebe. Reine Liebe ist bedingungslos.
Rosa wertet nicht, es nimmt die Dinge wie sie sind. Rosa hilft uns
, wenn wir etwas nicht akzeptieren wollen oder können.
In der Raumgestaltung sind Rosatöne oft angebracht,
wenn man Geborgenheit vermitteln will. Damit die Farbe nicht "schweinchenrosa"
wirkt, sollte sie mit Gelb gewärmt oder mit etwas Braun gebrochen
werden, so dass sie leicht ins Lachsfarbige oder Altrosa geht. Viele
ältere Menschen bevorzugen diese Farbe wieder, so dass sie
in Seniorenheimen durchaus angebracht sein kann.
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Lemon
Lemon ist die Verbindung von Gelb und Grün.
Das frische Gelbgrün steht für Frühling und Neuanfang.
Damit der Frühling kommen kann, muss sich erst der kalte und
leblose Winter zurückziehen. Die Natur muss die tote Zeit loslassen,
damit wieder ein neuer Zyklus beginnen kann. Der Schnee, das "Leichentuch
der Natur", muss schmelzen, um den Farben und damit dem Leben
einen Neuanfang zu ermöglichen. Auch im übertragenen Sinn
müssen wir Altes loslassen, um Neues anfangen zu können.
Wer loslässt, hat die Hände frei!
In der Gestaltung ist dies ein weiterer Grund für
mich, Holz mit Lindengrün zu kombinieren. Braun steht für
Beständigkeit und Erhalten, Gelbgrün für Loslassen.
So entsteht auch im übertragenen Sinn wieder eine gesunde Dynamik.
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Weiss
Weiss ist die Reinheit bis hin zu Sterilität.
Weiss kann signalisieren: Halte Distanz und beschmutze mich nicht!
Weiss ist für mich der Perfektionismus. Weiss ist unerreichbar
und erhaben wie der ewige Schnee auf uralten Gletschern. Weiss ist
kalt, steif und leblos wie Schnee. Weiss lebt nicht, denn Leben
ist Veränderung, und etwas Perfektes kann sich nicht mehr weiterentwickeln
- es könnte ja nur noch zum "Nachteil" sein..........
Weiss ist die empfindlichste Wandfarbe gegen Verschmutzungen. Weiss
ist leicht und hell und daher für mich meist die ideale Deckenfarbe.
Die eigene Neutralität von Weiss verliert ihre Distanz, wenn
sie zum zurückhaltenden Rahmen für Lebendiges - wie Farbe
- wird.
Gestalterisch gesehen, ist für mich im Zusammenhang
mit Weiss immer eine kleine Einführung meiner Kunden in die
visuelle Ergonomie nötig. Visuelle Ergonomie ist gegeben, wenn
keine unangenehmen Blendungen oder zu grosse Kontraste das Auge
ermüden. Diese Gefahr besteht aber sehr oft, wenn Weiss in
der Raumgeastaltung dominiert oder falsch eingesetzt wird. In der
Natur gibt es keine weissen Fläche, ausser im Winter, und da
können wir uns nicht gegen die starke Blendung schützen.
Weiss betont die Plastizität, da die Schatten der Formen besonders
gut lesbar sind. Daher eignet sich Weiss gut für strukturierte
Elemente wie Stuckprofile oder Ornamente. Auch eine sehr komplexe
Architektur kann durch Weiss und das subtile Schattenspiel zur Geltung
gebracht werden, allerdings zu dem Preis, der oben genannt wurde.
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Schwarz
Schwarz ist die dunkelste und schwerste Farbe.
Wir verbinden Schwarz mit Finsternis, mit Tod und Trauer. Nebenbei
bemerkt, ist in China Weiss die Farbe der Trauer, was sehr stark
mit der Sichtweise des Todes zu tun hat: Wer an eine Wiedergeburt
glaubt, sieht den Tod nicht als Ende, sondern als Neuanfang. In
der Kleidung kann Schwarz sowohl elegant als auch arrogant wirken.
Wer Schwarz trägt, will sich auf keinen Fall "outen".
Schwarz grentzt ab. Abgrenzung schafft Distanz - das kann auf der
einen Seite arrogant wirken, auf der anderen Seite aber eine wichtige
Schutzfunktion sein.
Auch in der Raumgestaltung sollte Schwarz nicht
dominieren. Auf dem Boden wirkt es lochartig und daher nicht "trittsicher",
an der Decke meist zu schwer und erdrückend. Anders ist es
bei seher hohen Räumen oder wenn man Installationen an der
Decke optisch verschwinden lassen möchte. Denn Schwarz schluckt
alle Schatten und verringert dadurch Plastizität und Differenzierung.
Als Akzent - vor allem glänzend - wirkt Schwarz durchaus vornehm
und edel. Der Glanzeffekt ermöglicht Lichtreflexe, so dass
das Schwarz vielmehr als schattiertes, dunkles Grau wahrgenommen
wird.
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Grau
Grau liegt zwischen Weiss und Schwarz, zwischen
Licht und Schatten, zwischen obern und unten, zwischen leicht und
schwer. Grau ist die Neutralität, die Ruhe,die Diskretion und
Zurückhaltung. Grau ist aber auch die Farbe des "grauen
Alltags", der Langeweile und der Müdigkeit. Grau ist der
Nebel, deshalb steht der Graubereich auch für Unklares, Unsicheres,
Undefinierubares.
In der Gestaltung sind Grautäne für mich
sehr wichtig. Sie sind die "optischen Pausen". So verwende
ich helle Grautäne zum Beispiel gerne für Türen und
Türrahmen oder auch als helle Wandfarbe, falls schon genug
Farben im Raum vorhanden sind. Hellgraue Wände sind nicht so
kalt und hart wie weisse Wände und bliden oft einen angenehmeren
Uebergang zu dunklen Böden. Falls möglich, bevorzuge ich
für die Wände als dominante Fläche des Raumes aber
ganz klar helle Farbtöne.
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Braun
Braun ist die Erde, die uns trägt und ernährt.
Braun ist die Sicherheit und Tradition. Braun ist aber auch die
Farbe der Unterwürfigkeit und Abhängigkeit. Wessen innere
Sicherheit von äusseren Gegebenheiten abhängt, der läuft
Gefahr, von diesen Umständen abhängig zu werden. Auffallend
ist in diesem Zusammenhang, wie viele Suchtmittel braun sind: Alkohol,
Kaffee, Tabak, Schokolade...........
In der Raumgestaltung wirkt Braun warm, gemütlich,
einfach. Authentisch sind vor allem braune Materialien wie Hölzer,
Kupfer oder Leder. Schwieriger wird es meiner Meinung nach bei braunen,
deckenden Anstrichen - sie wirken für mich immer so künstlich
und "tot". Braune Elemente bringe ich daher am liebsten
in Form von Hölzern ein.
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